Bericht über meine Hilfseinsätze im Jahr 2006-2008 in Rumänien


Dieses Jahr fing nicht gut an. Am 25. Februar brannte unser Lagerhaus in Ruscova ab und viele Kleider, Wolldecken etc. verbrannten dabei. Die Ursache des Brandes konnte nicht ganz sicher festgestellt werden. Vermutlich war eine Russtüre am Kamin undicht.
Mit viel spontanem Einsatz und freiwilligen Helfern wurden die Lagerräume in Rekordzeit wieder hergestellt, sodass ich meine Hilfsgüter, welche ich am 25. April brachte, wieder in sauberen Räumen lagern konnte. Zugleich wurden im Dachgeschoss noch zwei Gästezimmer eingebaut.

Dieser erste Hilfstransport ging auch nicht ganz ohne Probleme an uns vorbei. Kurz nach München vor der Ausfahrt Holzkirchen wollte der fünfundzwanzigjährige VOLVO nicht mehr. Schwarzer Rauch drang aus dem Auspuffrohr und verbreitete sich auf die ganze Autobahn!!!!
Besorgte vorbeifahrende Lastwagenfahrer glaubten, dass der Motor des VOLVOS brannte und benachrichtigten die Autobahnpolizei. Kurze Zeit darauf sah ich im Rückspiegel die mit Blaulicht (aber ohne Sirene) sich hinter mir aufschliessende Polizei. Auf dem Pannenstreifen parkierend erkundigten sie sich, was mit unserem VOLVO nicht in Ordnung sei. Sofort begleiteten uns die zwei Polizisten in eine Garage, wo nach längerer Diskussion sich ein Mechaniker bemühte, den Schaden behelfsmässig zu beheben. Nach ca. 8 Stunden konnten wir dann wieder unsere Reise nach Rumänien fortsetzen. Ein grosses Lob konnte ich der Autobahnpolizei von Deutschland aussprechen. Ich konnte erfahren, die Polizei dein Freund und Helfer.

Vom Fussballclub Wallisellen bekam ich einen kompletten Satz Juniorenkleider, da diese durch andere ersetzt wurden. Die Jungen des Fussballclubs Ruscova, die kurzfristig aufgeboten wurden, liessen es sich nicht nehmen, zogen diese schönen Kleider sofort an und zeigten mir, dass sich auf Fussball spielen können.

Aus Deutschland meldete sich ein Gruppe an (Clowns-ohne-Grenzen), welche Kindern in Rumänien eine Abwechslung in den Alltag bringen möchte. Sie fragten mich an, ob ich mich zur Verfügung stellen könnte und die Organisation für ihre Aufführungen übernehmen würde. Spontan sagte ich dieser Gruppe zu. An über 10 Orten in Rumänien, wie Schulen, Kinderheimen, Spitälern und Altersheimen, trat diese Gruppe dann auf.

Der Brand eines Hauses im Jahre 2004, bei dem auch ein siebenjähriges Mädchen umkam, und der Brand unseres Lagerhauses in Ruscova, ga ben mir sehr zu denken. Ich erkundigte mich vor Ort, wie dieses Tal gegen solche Brände eingerichtet ist. Das Resultat gleich null.

Als ich erfuhr, dass die Gemeinden Männedorf/Uetikon das 28 Jahre alte TLF Tanklöschfahrzeug durch ein neues ersetzen möchten, bewarb ich mich bei diesen Gemeinden um dieses TLF. Erfreulicherweise bekam ich den Zuschlag, dieses TLF in Ruscova (Rumänien) einzusetzen. Lesen Sie hier weiter.

Als wir am Sonntag, 27. Juni, um 9.00 Uhr mit unserem Lastenzug wieder nach Hause in die Schweiz fahren wollten, erwartete uns eine böse Ueberraschung. Der Regen, welcher uns die ganze Woche begleitet hatte, bewirkte, dass die Flüsse sehr viel Wasser brachten. Dieser Fluss stieg über 4 Meter an und überschwemmte diese Brücke.

Einige Brücken wurden sogar weggeschwemmt, ganze Dörfer standen unter Wasser, auch Strassen wurden unpassierbar. Da waren wir froh, Freunde in Rumänien zu haben, die sich überall erkundigten, wie wir mit unserem LKW aus dieser misslichen Lage kommen.


Um 12.00 Uhr mittags hiess es dann, dass wir losfahren können. Kaum eine Stunde gefahren, in der Nähe von Sighet, hiess es umkehren. Das ist leichter gesagt als getan, mit einem Lastwagen mit Anhänger auf den schmalen Strassen umzukehren. Aber wir schafften es und nahmen die ca. 50 km Umweg unter die Räder. Von nun an verlief unsere Fahrt nach Hause problemlos, ausser einigen Stockungen wegen Verkehrsunfällen.

Am 26. Juni erhielt ich die Nachricht, dass die Mutter von Peter Johner in Kerzers CH gestorben sei. Peter Johner betreibt mit seiner Frau Marchella das Touristenhaus in Viseau de Sus, welches ich aufgebaut habe. Kaum in der Schweiz angekommen, um an der Beerdigung der Mutter teilzunehmen, verunglückte Marchella beim Baden schwer und ist nun querschnitt-gelähmt. In Nottwil versucht man nun, Marchella (hier im Bild) so herzustellen, dass sie sich später mit einem Motorrollstuhl im Hause bewegen kann. Sehr wahrscheinlich ist es Johners nun nicht mehr möglich, das Touristenhaus zu führen. Ich werde nun eine Nachfolge suchen müssen.

Nebst der Ueberführung des Tanklöschfahrzeuges fuhr ich dieses Jahr drei Mal mit dem Lastwagen und Anhänger mit total über 40 Tonnen Hilfsgütern nach Rumänien. Nach den grossen Ueberschwemmungen sind die mitgebrachten Kleider etc. aufs neue wieder sehr nötig.

Die elfte Weihnachtspäckliaktion führte ich auch dieses Jahr wieder durch. Ich berücksichtigte besonders die Familien und Kinder, die durch die Ueberschwemmungen das Wenige, das sie hatten, auch noch verloren haben.

Zum Schluss danke ich allen, welche mich materiell und finanziell unterstützen.