Jahresrückblick über meine Hilfsaktionen nach Rumänien im Jahr 2009


Anfangs Mai fuhr ich das erste Mal in diesem Jahr mit über 80 m3 ca. 16 Tonnen Hilfsgütern nach Ruscova. (Rumänien) Der Besitzer des Volvo, Martin Lehnherr welcher mir auch sein Lastenzug mit Anhänger zur Verfügung stellt, begleitete mich auf dieser Fahrt. Martin genoss sichtlich diese Fahrt auf den gut ausgebauten Autobahnen in Deutschland, Oesterreich und Ungarn. In Rumänien wo wir keine Autobahnen hatten, wurden die Hauptverkehrsachsen in den letzten 19 Jahren zufriedenstellend ausgebaut. Die Fahrt verlief ohne Panne, da der LKW von der Transportfirma Lehnherr & Co Uetikon gut gewartet wird. Leider passieren auf diesen Strassen aber immer wieder schwere Unfälle. Auf der Autobahn Oesterreich brannte ein grosser Sattelschlepper lichterloh, da kam jede Hilfe zu spät. Zum Glück konnte sich der Chauffeur noch rechtzeitig aus dem Sattelschlepper retten.


Die Schäden im Ueberschwemmungsgebiet sind immer noch gut sichtbar. Nicht mehr sichtbar ist diese Hängebrücke. Der Fluss, der über 4 Meter anstieg, riss diese Brücke samt Verankerung weg. Gut sah man auch an den Sträuchern, entlang des Flusses wo noch einiger Unrat hing, wie hoch der Wasserspiegel des Flusses gestiegen war. Ueber diese Hängebrücke gelangte man vom Touristenhaus zum Bahnhof der Wassertalbahn. Nun muss man einen Umweg durch die Stadt Viseou de Sus machen um an die Station zu gelangen. Wir konnten feststellen, dass schon vieles wieder hergestellt und aufgebaut wurde. Es ist auch erstaunlich wie die Menschen in diesem Land ohne wenn und aber einander helfen wieder alles aufzubauen. Bis diese Hängebrücke wieder gebaut ist, wird es sicher Jahre dauern.


Sehr beeindruckt hat mich auch die grosse Arbeit von Michael Schneeberger, dem Schweizer, welcher das Bahntrassee der Wassertalbahn wieder aufgebaut hat. Im Gespräch mit ihm sagte er uns, dass diese Arbeiten mit grossem Einsatz seines Schweizervereins bewältigt wurden. So wurde in kürzester Zeit der grösste Teil der Bahnlinie wieder befahrbar gemacht. Dies war sehr wichtig, da der Holztransport sowie auch der Tourismus wieder funktionieren musste. In einem Altersheim mit ca 180 teils behinderten alten Leuten, konnte ich drei Männern Prothesen kaufen, da ihnen ein Bein amputiert werden musste. Auch Kleider und Decken brachte ich diesem Heim. Ich konnte feststellen, dass diese Hilfsgüter sehr sorgfältig in Regale nach Grössen sortiert wurden.


Bei meinem zweiten Transport welcher am 25. August statt fand, war der Lastwagen und Anhänger wieder voll beladen. Auf dem Lastwagen hatte ich über 100 noch gut erhaltene Schulbänke und Stühle geladen, welche von der Schule Uetikon nicht mehr gebraucht wurden, da Neue angeschafft wurden. Auf dem Anhänger lud ich die etwa 700 Schachteln mit guten sauberen Kleidern. In Rumänien angekommen, stellte ich mit Monica (der Frau des Dorfarztes) einen Plan zusammen, in welchen Dörfern resp.

Schulen diese Möbel am nötigsten sind. An den verschiedenen Orten (Schulen) angekommen, erwarteten uns die LehrerInnen auf die, wie sie sagten, noch sehr schönen Möbel, welche ich in Uetikon vor deren Verschrottung rettete. Auch die Schüler freuten sich sehr. Sofort wurden die alten Pulte und Stühle aus den Schulzimmern geräumt und die Neuen in Reih und Glied mit grossem Jubel aufgestellt und in Besitz genommen. Hier ein Bild der alten Tische, die zwar erst vor drei Jahren geliefert wurden, aber schon nach kurzer Zeit auseinander brachen.



Der Bau einer von uns empfohlenen geheizten Garage für das Tanklöschfahrzeug, das als Feuerwehrstützpunkt für die ganze Region gebaut werden soll, wurde realisiert. Somit ist sichergestellt, dass in dieser geheizten Garage das von den Gemeinden Männedorf-Uetikon Schweiz gespendete Tanklöschfahrzeug (TLF) sowie die Feuerwehrmaterialien, wie Motorpumpen, Schläuche, Bekleidungen etc., auch in den sehr kalten Wintern, bis zu 20 Celsius Minus, einsatzbereit sind. Nun ist diese Region mit den, neu 15 Feuerwehrleuten (vorher nur 3 Mann), die von Charlie Stöcklin und Emil Berchten während drei Tagen gut ausgebildet wurden, eine der besten Feuerwehr mit den modernsten Geräten ausgerüstete und ausgebildete Mannschaft in ganz Rumänien und für einen Brandfall sofort zur Stelle. Ich konnte feststellen, dass die neu gegründete Feuerwehrmannschaft mit Feuereifer ihrem Auftrag gerecht werden. Dieses Jahres hatten sie schon drei Einsätze bei Hausbränden. Dank unserem TLF konnten sie alles löschen bevor aus der nahen Stadt die Feuerwehr kam.


Am 18. November 09 startete ich, bei eher sommerlichem Wetter, mit dem dritten Hilfstransport in diesem Jahr nach Rumänien. Dabei waren auch die gesammelten Weihnachtspäckli, die ich nun schon das zwölfte Jahr sammle. Bei dieser Aktion sammelte wieder, in verdankeswerter Weise, die ganze Region um den Zürichsee mit. Auch die Schulgemeinden Uster, Thalwil und Eschenbach SG leisteten einen sehr grossen Beitrag. Diese Päckli verteilte ich in Rumänien, immer in anderen Dörfern, diesmal in „Leordina und Petrova“ und zwar den Schülern direkt, die am schulfreien Samstagmorgen die Geschenke mit grosser Freude in Empfang nahmen. Einem Kinderheim in Viseu de Sus konnten wir auch noch einige Pakete abgeben. Es ist immer noch eine grosse Ueberraschung für diese Kinder, da sie kaum etwas zu Weihnachten bekommen. Von der Schulleiterin, die sehr gut deutsch sprach, erfuhren wir, dass die Kinder sehr aufgeregt waren und einige eine schlaflose Nacht hatten, da sie sich so auf diese Geschenke freuten. Sofort wurden die Pakete geöffnet und all die vielen Sachen bestaunt. Ein lautes Dankeschön scholl aus ihren Kehlen.


Verteilen der Weihnachtspäckli


In eigener Sache:

Ich werde oft von Leuten in der Schweiz gefragt, ob es dann immer noch nötig sei, Hilfsgüter nach Rumänien zu bringen. Kleider braucht man immer, besonders wenn man kein Geld hat welche zu kaufen, sind sie sehr willkommen und auch nötig. Die Kleider, die ich nach Rumänien bringe, sind gebrauchte, gut erhaltene und saubere Textilien, welche sonst entsorgt würden. Auch bekomme ich (auf Grund meiner neuen Homepage die viele Leute gelesen haben) fabrikneue Kleider, die, aus welchem Grund auch immer, in der Schweiz nicht mehr genehm sind. Darum ist meine Motivation, die noch brauchbaren Güter denen zu geben, die dies mit Freude und dankbar entgegennehmen und auch sehr nötig haben.


Die Arbeitslosigkeit in Rumänien ist immer noch sehr hoch. Ich konnte feststellen, dass in den letzten 19 Jahren wo ich in Rumänien tätig bin, sehr viele westliche Firmen neue Fabriken aufstellten und so Arbeitsplätze für die Rumänen schaffen.


Leider ist die Korruption immer noch sehr hoch und die vom Westen gesprochenen Gelder werden nicht richtig verteilt und kommen nicht an die dringend nötigen Orte. Meiner Meinung nach sollten die Geldgeber vor Ort, überprüfen wie das Geld eingesetzt und verteilt wird. Nach dem Motto: Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser.


Mit diesem kurzen Bericht hoffe ich, Ihnen einen Einblick in meine Hilfeleistungen in diesem Jahr aufgezeichnet zu haben. Zum Schluss danke ich allen, die mich finanziell oder mit Hilfsgütern unterstützen. Denn ohne Ihre Unterstützung wäre es mir nicht mehr möglich diese Fahrten zu finanzieren.


Auch einen ganz herzlichen Dank an die Familie Alfred und Trudi Blaser die mir in der Wäcki-Scheune „gratis“ Raum zur Verfügung stellen, wo ich die gesammelten Hilfsgüter lagern kann. Auch vielen Dank all meinen Helfern die mir beim Laden der über 250 m3 resp. der über 40 Tonnen Hilfsgütern, die ich dieses Jahr nach Rumänien transportierte, halfen.


Ich wünsche Ihnen allen jetzt schon besinnliche Weihnachtstage und alles Gute im neuen Jahr.


Ihr Hermann Rauber