Rückblick auf zwanzig Jahre „Rumaenien Hilfswerke“


Es ist kaum zu glauben, dass schon zwanzig Jahre vergangen sind, als ich am 25. September 1990 kurz nach dem Sturz von Ceausescu das erste Mal nach Rumänien fuhr. Sehr viel ist in diesen 20 Jahren geschehen, Schönes aber auch viel Nervenbelastendes musste ich durchmachen. Wenn ich nur an die Schikanen an den Zöllen denke, wo jeder, noch so kleine Zöllner seine Macht an mir ausübte. Da musste ich für einen Stempel bis zu 18 Stunden warten, bis es den Herren genehm war für mich die Grenzbarriere zu öffnen. Da mein Prinzip immer war, keine Schmiergelder zu zahlen, wurde ich mit warten bestraft.


Nun sind alle Länder welche ich durchfahre (Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Rumänien) in der EU, dadurch sind die Zollübergänge offen. Es gibt keine Wartezeiten mehr an den Grenzübergängen,

die Durchfahrten sind offen. Die Hilfstransporte, bei denen ich meistens selbst als Chauffeur den Lastwagen fuhr, verliefen Gott sei Dank ohne grössere Pannen. Insgesamt beförderte ich in diesen 20 Jahren über eintausend Tonnen Hilfsgüter, verteilt in ganz Rumänien an verschiedenen Abladeorten. An dieser Stelle möchte ich ganz besonders allen Spendern ganz herzlich danken, die sich an diesen Kosten beteiligt haben, da so ein Transport doch auf einige tausend Franken zu stehen kommt.


Noch nicht vergessen sind die Arbeiten in den vier Kinderheimen, drei in Bukarest und eines in Hotarele ganz im Süden von Rumänien, wo ich zusammen mit 70 Lehrlingen aus der Schweiz die Sanitär- und Heizungsinstallationen erneuern konnte. Diese Arbeiten wurden vom Kinderdorf Pestalozzi Trogen finanziert und die Lehrlinge wurden von ihren Lehrmeistern „Gratis“ für 14 Tage zur Verfügung gestellt. Für mich war dies eine grosse Herausforderung, da es nicht immer einfach war mit Lehrlingen die ich erst am Flughafen kennen lernen konnte, zwei Wochen in einem fremden Land zu arbeiten. Es kam mir aber zugute, dass ich in meinem ehemaligen Geschäft auch schon vierunddreissig Lehrlinge ausbilden durfte. Ich war aber am Schluss dieser Aktion sehr überrascht über den sehr grossen Einsatz und den Arbeitswillen die diese Lehrlinge zutage legten.



Es gab aber auch sehr viele grosse und kleine Spender, die mir ermöglichten ein Kinderheim für 14 Kinder zu bauen. An einem verlotterten Spital erneuerten wir das Dach. Auch die Sanitär-+ Heizungsinstallationen haben wir erneuert




Dem Dorfarzt, Horica Tamas und seiner Frau Monica (Krankenschwester) haben wir eine einfache Praxis eingerichtet. Alle Apparate brachten wir aus der Schweiz. Dies ist die einzige Praxis für ca 15.000 Einwohner in diesem Tal.



Leider brannte vor einigen Jahren unser Lagerhaus, welches wir am Hause vom Arzt anbauten, ganz aus. Zum Glück waren fast keine Hilfsgüter mehr im Lager deponiert. Auch ein Wohnhaus in diesem Dorf brannte voll aus, wobei auch noch ein siebenjähriges Mädchen dabei verbrannte.





Ich erkundigte mich dann nach diesem Brand, wie die Feuerwehr in diesem Tal ausgerüstet ist, oder ob es überhaupt eine hat. Der Bestand: Ein Kommandant plus ein Mann, eine kleine Pumpe ein paar Meter Schläuche, das war alles. Da in Uetikon ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) angeschafft wurde, bewarb ich mich für das noch sehr gute 28 Jahre alte TLF. Erfreulicherweise bekam ich den Zuschlag, dieses TLF nach Rumänien mitzunehmen.



Nebst dem TLF erhielt ich auch noch ausgediente, aber noch gute Feuerwehrkleider. Nun ist die Feuerwehr mit neu 15 Mann, die Bestausgerüstete in dieser Region. Der Kommandant Sascha vor Ort hütet und pflegt dieses TLF, fast so gut wie Charli Stöcklin bei uns.



Die Weihnachtspäckli-Aktion die ich dieses Jahr schon zum dreizehnten Mal durchführte, ist immer noch ein voller Erfolg. Immer wieder verteile ich diese Geschenke in verschiedenen Schulen und in die Kinderheime, wo immer wieder grosse Freude herrscht.




Mit diesem kleinen Bericht versuche ich einen Ueberblick über meine zwanzigjährige Tätigkeit in Rumänien zu geben. Zum Schluss danke ich allen Spendern und Spenderinnen ganz herzlich für Ihre Hilfe, finanziell oder materiell.

Ihr Hermann Rauber