Meine Hilfseinsätze in Rumänien im Jahr 2011


Schon im Mai fuhr ich mit Lastwagen und Anhänger mit über 85m3 ca. 15 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien.

Es war wieder eine wunderschöne Fahrt durch die verschiedenen Länder,(Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Rumänien) wo gerade der Frühling er-wachte. Wenn ich an früher denke, wo ich an jedem Grenzübergang oft stundenlang auf die Zollabfertigung warten musste,(der Rekord war einmal 18 Stunden) so ist es heute nur ein Spaziergang.
Einzig in Budapest(Ungarn), wo noch die einzige Zollabfertigung statt findet im EU Land, zeigen die Zöllner immer noch ihre Macht. Aber immerhin nach ca. drei Stunden ist auch dieser Zoll erledigt. Nach zweieinhalb Tagen Fahrt traf ich in Ruscova ein, wo ich schon von der Arztfamilie Tamas: Monica, Horica und dem kleinen Sohn Paul erwartet wurde. Nach einer kurzen herzlichen Begrüssung wurden die Hilfsgüter sofort von freiwilligen Helfern und Helferinnen abgeladen und in unserem Lagerhaus vor Ort deponiert.




Von einem Musikverein in der Schweiz erhielt ich die noch schönen und sehr gut erhaltenen Uniformen, die durch neue ersetzt wurden. Die Rumänen freuten sich solche schöne Uniformen zu haben und bedankten sich herzlich.Müde aber zufrieden über die wieder pannenfreie Fahrt setzten wir uns zusammen und erzählten von Hüben und Trüben.




Dank grosszügigen Spenden von der Schweiz konnte ich der Familie Tamas diesen Occasion Toyota kaufen. Der alte Opel den ich ihnen vor 10 Jahren gekauft habe, hat nach seinen vielen Kilometern und den schlechten Strassen seinen Dienst getan und ist nicht mehr reparierbar. Am anderen Morgen fuhren wir vollbepackt mit Hilfsgütern mit dem Toyota in die benachbarten Dörfer, wo wir diese Sachen verteilten. In Rumänien gibt es sehr viele arme Leute, die von den Geldern vom Westen gar nichts bekommen. Die Korruption ist immer noch sehr gross und die vielen gespendeten Millionen vom Westen fliessen nicht dorthin wo sie nach meiner Meinung dringend benötigt würden. Auch die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch, besonders in den abgelegenen Tälern, wo keine Arbeit zu finden ist. Die Meisten sind Selbstversorger, wenn es gut geht haben sie vielleicht ein Schwein oder eine Kuh. Darum bat ich Monica und Horica, mir einige Familien zu zeigen , wo die Not am grössten ist. In den zwei Tagen Aufenthalt besuchten wir dann einige Familien, die in sehr ärmlichen Häusern(Ställen) wohnten. Nur reden nützt nichts, helfen muss man, das habe ich mir vorgenommen. So habe ich spontan Monica einige EURO übergeben, mit dem Auftrag, beim Um- und Anbau einiger Häuser, diesen Familien zu helfen. In der Regel wird mit diesem Geld nur das Material bezahlt, die Arbeiten werden solidarisch von den Nachbarn und Frei-willigen ohne Lohn geleistet. Diese Projekte konnten in den letzten Jahren unter vollem Einsatz von Dr. Horica und Monica realisiert werden, teilweise noch im Rohbau. Nur ein Zimmer für eine Witwe mit drei Kindern.




Dieses Haus hat nur noch ein Zimmer, die andere Hälfte fiel durch den Schneedruck zusammen. Dieses eine Zimmer ist je nach Situation ein Schlafzimmer, eine Stube oder eine Küche. Strom und Wasser gibt es nicht in diesem Hause.



Der Anbau ist gelungen. Das WC steht draussen zur Verfügung auch im Winter bei 20 Grad minus und bis zu eineinhalb Meter Schnee.


Familie mit fünf Kindern, zwei mal Zwillinge nur ein Wohnraum mit zwei Betten mit integrierter Küche. Der Vater fand in einer Zimmerei tageweise Arbeit. An seinen freien Tagen baut er an seinem Haus.






Der Neubau ist im Rohbau, das Dach wird noch vor dem Winter aufgerichtet. Diese Hütte wird sanft renoviert, was sichtbar nötig ist.

 

 



 


Vorher - nachher mit neuem Dach und Eingangstüre und Verschalung der Seitenwände. Sieht doch sehr gut aus oder? Auch ein neuer Ofen bekommt diese Frau was mit Tränen in den Augen verdankt wurde.




Auch für diese Familie, sechs Kinder, bauten wir ein Haus. Der Vater arbeitet beim Holz- fällen im Wald.








Links das Neue rechts das Alte.


Strom- und Wasserrechnungen bekommen diese Leute keine, da dieser Komfort nicht vorhanden ist. Vielleicht gibt es eine Kerze oder man geht wenn es dunkel wird wie die Hühner ins Bett. Das Wasser holt man vom Fluss oder baut sich ein Loch 4 Meter tief und sucht nach Grundwasser. Es hat noch sehr viele Familien die in solchem Elend leben müssen. Horica und Monica führen mich immer wieder zu Familien denen geholfen werden muss. Vielleicht animiert es den Einen oder Anderen Leser/Leserin bei diesen Projekten mitzuhelfen, denn es sind noch viele Menschen die in unvorstellbarer Armut leben müssen.


Mein Spendenkonto lautet:
Hermann Rauber-Jakob Rumänienhilfe
Zürcher Kantonalbank
80-151-4 CH08 007 0112 7000 2641 0
Herzlichen Dank


Am Montag 14. November 6.00 Uhr früh startete ich wieder mit über 40m3 Hilfsgütern und den gesammelten über 600 Weihnachtspäckli nach Rumänien. Die Fahrt über die Karpaten verlief wieder problemlos. Die Hauptstrassen sind gut unterhalten. Aber so bald man auf die Nebenstrassen kommt, wo ich die Weihnachtspäckli verteilte, bin ich froh, einen LKW zu haben, der gut über die Löcher kommt.

Ja, nicht selten musste ich die Sperre der Hinterräder einschalten, damit ich durch den Dreck kam und nicht stecken blieb. Aber all diese Strapazen werden belohnt, wenn man in die leuchtenden Augen der Kinder sieht, wie sie sie sich über die Geschenke freuen.


Abladen der Weihnachtspäckli und in Empfang nehmen der Päckli


Einen grossen Dank für die vielen schönen Sachen gaben mir die Kinder an alle Spender in der Schweiz mit.



Auch ich möchte mich bei allen Spendern herzlich bedanken und wünsche allen schon jetzt eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten.
Hermann Rauber


Hier noch einige Bilder vom Leben in den Dörfern von Rumänien.






Vom einem Bürgermeister einer Gemeinde in Maramuresch Rumänien erhielt ich diesen Auszug über Sozialleistung an Witwen und Arbeitslose.

Name Vorname Hausstand Kinder Total Personen Leistung in Euro
pro Monat
Cocarda Stefan Eltern 6 8 53
Mircea Marisa Witwe   1 23
Mircea Anisca Witwe   1 17
Rosca Maria Witwe   1 24
Rohean Stefan Ehepaar   2 23
Bubmar Mihai Ehepaar 3 5 57
Bumbar Grigore Ehepaar 3 5 83
Sofronici Maria Witwe   1 44
Gavrilut Marisca Witwe   1 (leicht behindert) 23

Nistor

Gheorge Witwe 2 3 (1Kind behindert) 58
Ardelean Calina Witwe   1 17


Man kann sich fragen wie diese Menschen (über)leben.

 

Uetikon im Dezember 2011
Hermann Rauber
Talstrasse 16
CH-8707 Uetikon