Päckli-Aktion - Schweizer Weihnachtsgeschenke für rumänische Kinder



"Dieses Licht entschädigt für alles"



17. November 2007 (Zürichsee-Zeitung) Rund 1000 Päckli hat der Uetiker Hermann Rauber gestern in einem rumänischen Dorf verteilt - das wäre undenkbar ohne tatkräftige Unterstützung vor Ort.

Anna Moser, Ruscova

Ohne Monica Tamas ginge auf der holprigen Fahrt durch die Winterlandschaft der Maramures im bergigen Norden Rumäniens gar nichts: Sie weiss den Weg zu sämtlichen Schulen i, in denen an diesem Freitag hunderte von Päckli aus der fernen Schweiz verteilt werden - und seien sie noch so abgelegen. Sie bahnt mit ihrem Geländewagen den Weg durch die sumpfigen Strassen, spricht mit den Lehrern oder gibt den Helfern Anweisungen. Die 37-jährige Gattin des Dorfarztes von Ruscova ist Hermann Raubers wichtigste "Gewährsfrau" für sein Engagement vor Ort. Der Uetiker, der Rumänien seit 17 Jahren mit Hilfsgütern beliefert, weiss das. Und steht selber lieber etwas abseits, wenn die Kinder mit gespannter Miene auf seinen Lastwagen zulaufen, um ihre Geschenke in Empfang zu nehmen.

Ein Augenblick, wie ihn die Kinder im Tal von Ruscova in Rumänien selten erleben: ein Geschenk – ganz für sie allein. (Anna Moser)

Vor acht Jahren haben Monica und ihr Mann Horea Tamas mit Hermann Rauber die "Fundatia humanitara si turistica Daktari" gegründet, eine Stiftung für humanitäre Hilfe und sanften Tourismus in der Region von Ruscova. Als damals das Spital in der kleinen Stadt neu gebaut wurde, "bezahlten" sie die Arbeiter mit Kleidern aus der Schweiz.

"Ein neues Leben"

Unterdessen sind die Häuser zahlreicher Familien in Ruscova mit Oefen ausgestattet, die Rauber finanziert hat. Im Altersheim in der Nachbarstadt arbeitet man mit Sanitätsmaterial vom Zürichsee. Auch Horea Tamas weissem Arztkittel ist anzusehen, dass er eine Vorgeschichte hat: Auf der Brusttasche prangt das Logo der Chemie Uetikon.

"Die Leute aus der Schweiz machen für uns hier ein neues Leben möglich", sagt Monica Tamas. Für sie bedeutet das eine Menge Arbeit: Sie koordiniert nicht nur das Päckli-Verteilen, sondern auch den Transport von Kleidern und anderen Hilfsgütern zu jenen Familien im Tag von Ruscova, die es am nötigsten haben. "Aber", sagt die gelernte Krankenschwester, "der ganze Stress ist entschädigt, wenn ich dieses Licht in den Augen der Kinder sehe, wenn sie ihr Päckli erhalten"