Auszeichnung für Humanität


Hermann Rauber wird mit dem Jonas-Furrer-Preis geehrt


Seit 1998 wird der "Jonas Furrer-Preis" der Zürcher Freimaurer an Personen vergeben, die sich karitativ engagieren.


1. Februar 2007 (Züri Nachrichten)

dk - Der Preis, der durch den gleichnamigen Verein vergeben wird, dient dem Gedenken an den Mitbegründer des Staatenbundes, ersten Bundespräsidenten und Freimaurer Jonas Furrer. Der Preis soll aber nicht nur an das Werk Furrers erinnern, sondern auch Personen auszeichnen, die sich aktiv humanitären und karitativen Aufgeben widmen. Ganz im Sinne von Jonas Furrer, der Zeit seines Lebens nach den Grundsätzen Respekt vor dem Individuum, Solidarität mit den Schwachen und Engagement für Menschenwürde lebte. Zielsetzung des Preises ist es im Weiteren, Wirken und Handeln der Freimaurerei in der Gesellschaft darzulegen und die inhaltlichen Werte, die dem freimaurerischen Gedankengut zugrunde liegen, für die Oeffentlichkeit transparenter zu machen.

Der Preisträger und sein Engagement in Rumänien

Hermann Rauber reiste erstmals im Herbst 1990 nach Rumänien, nachdem er auf Jahresende 1989 seinen Betrieb in Uetikon verkauft hatte. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes drangen immer mehr Pressemeldungen in den Westen, die unter anderem auch über die katastrophalen sozialen Verhältnisse in Rumänien berichteten. Hermann Rauber wollte etwas tun, den Menschen vor Ort helfen. Mit dem ersten Hilfsgütertransport war der Grundstein für die "Rumänien-Hilfswerke Hermann Rauber" gelegt. Eine abenteuerliche Reise, in der Tat. Die Reisenotizen lesen sich entsprechend spannend. Raubers Konvoi wurde mit kaum passierbaren Strassen und langwierigen Zollformalitäten konfrontiert. Dieser Transport, dessen Ziel die Ortschaft Talmaciu im Norden Rumäniens war, markierte den Anfang. "Armut und Mittellosigkeit beeindruckten und erschütterten uns", schrieb Rauber in sein Reisetagebuch. Mittlerweile leistet Hermann Rauber seit 17 Jahren aktive und uneigennützige Hilfe in Rumänien. Jedes Jahr verlassen sechs Transporte mit Gütern zwischen 60 und 70 Tonnen die Schweiz. Das karitative Engagement von Hermann Rauber ist vielseitig. Er sammelt Kleider und Wäsche, beschafft Mobiliar für Schulzimmer, kümmert sich um Transporte im Landesinnern oder die Installation von Sanitäranlagen. Nach dem ersten Transport war es für Hermann Rauber offensichtlich, dass er ein Netzwerk mit seriösen und zuverlässigen Helfern aufbauen musste, um sein Hilfswerk weiter ausbauen zu können. Ebenso klar war auch, dass er keine staatlichen Stellen oder Organisation mit einspannen durfte, wollte er sicher sein, dass die Hilfe auch bei den Bedürftigen ankommen soll.

Beeindruckende Zahlen - Kontrolle vor Ort

Das Hilfswerk von Hermann Rauber geht nun ins 17. Jahr seines Bestehens. Der letzte Transport verliess die Schweiz im Dezember 2006 mit über 1'000 Weihnachtspaketen, die an Bedürftige verteilt werden konnten. Mit den bislang 80 Transporten wurden über 800 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien transportiert. Eine beeindruckende Menge und noch mehr, eine beeindruckende Leistung. Hermann Rauber überlässt nichts dem Zufall. Er selber überwacht die Lieferungen und Aus- oder Umbauten vor Ort persönlich. So auch in drei Kinderheimen in der Nähe der Hauptstadt Bukarest, in welchen Heizungsinstallationen ersetzt wurden. In der Ortschaft Talmaciu wirkte das Team um Rauber beim Bau eines Ausbildungszentrums für Kinder mit. Ebenfalls in Talmaciu konnte, dank einer grosszügigen Spende, der Dachstock eines Kinderheims ausgebaut werden. Dieser Ausbau ermöglicht 30 weitren Kindern eine Unterkunft. In weiteren 4 Kinderheimen leisteten 70 Sanitärinstallateure während ihrer Ferien in fünf Phasen grossartige Arbeit.

Würdigende Laudatio

Der Laudator, Erwin Moor, würdigte in seiner Rede das Schaffen Raubers als vorbildliches Beispiel für jemanden, dessen Parole "Taten statt Worte" zur Lebensphilosophie wurde. Die Laudatio endete mit den Worten: "Das Wirken Hermann Raubers entspricht den freimaurerischen Vorstellungen zur Nächstenliebe, Menschenwürde und zum persönlichen Engagement. Wir Freimaurer sehen in Hermann Rauber einen verdienstvollen Empfänger des Jonas-Furrer-Preises. Sein Handeln ist geprägt von Bescheidenheit und Uneigennützigkeit, sein Tun vom Willen, sozial schächeren Menschen zu helfen.
(Domink Kamber)

Die letzten Preisträger



1998: Marta Fotsch, Amnesty International;
2000: Lea Wyler, Hilfswerk Ropka Hi8malajaregion;
2002 Beat Schneider, Hilfswerk für Guatemala;
2004: Prof. Dr. Ruedi Lüthy, Swiss Aids Care International